Provence

Mazan

Mazan in der Provence . 6km von Carpentras und 20km von Avignon entfernt ist mit über 6000 Einwohnern eine größere Gemeinde in der Region.

Durch das Tor geht’s in die Altstadt.

Am Eingang erkennt man den Kampf gegen den Verfall. Aber genau das ist der Charme Südfrankreichs. Eine Region mit Charakter die nicht der Perfektion verfallen ist. Vieles ist erhalten und wird bewahrt.

Man sieht die Veränderung. Es ändert sich die Nutzung und dadurch die Notwendigkeiten. Der Rundbogen hat seine Last abgegeben.

Die Gassen sind steil. Viele Dörfer in der Provence liegen auf einem Hügel. In Mazan liegt die Kirche am höchsten Punkt, zu der wollen wir hin.

Es geht durch enge Gassen vorbei an beeindruckenden Eingängen. Diese Tür ist erhalten geblieben. Gearbeitet mit geschmiedeten Nägeln. Zusammengesetzt mit sehr viel Zeit. Wir haben auch schon alte Holztüren gesehen die erhalten hinter einer modernen Glastür vor dem zersägen bewahrt worden sind.

Jeder hier verarbeitet Nagel ist Handarbeit. Ein guter Schmied mit viel Erfahrung braucht für einen Nagel eine Hitze. „Eine Hitze“ bedeutet, nur einmal wird das Eisen erwärmt. Das heisst, die Spitze schmieden, abtrennen von der Stange, mit der Zange nehmen und ins Nageleisen stecken um dann den Kopf zu schmieden. Heute kann man solche Nägel wieder kaufen. Haben schon Preise von 6 Euro gesehen. Also es lohnt sich eine solche Tür vor dem Feuer zu bewahren.

Auf zur Kirche.

Perfekt steht sie da. Wieder ein Monument des Glaubens. 1258 wird zu ersten Mal über die Kirche geschrieben. Der Glockenturm und Teile des Kirchenschiffs stammen aus dem 13 Jahrhundert. Die Geschichte ist wie so oft bewegt. Kein Wunder, in bald 800 Jahren ist viel passiert. Eine französische Revolution überstanden und eine Belagerung erlebt.

Die Geschichten solcher Kirchen ist schon immer beeindruckend. Diese hier hat eine traurige Besonderheit. 4 Menschen kamen 1631 durch einen Blitzschlag ums Leben, der das Dach der Kirche getroffen hat. Genau 170 Jahre später, als die Kirche nach der französischen Revolution wieder eingesetzt wurde, fanden 18 Menschen den Tod beim Zusammenbruch der Empore…. welch ein Unglück….

Wir blicken weiter auf dem Kirchplatz.

Und wieder ein geschmiedetes Kunstwerk. Der Eingang zu einem Museum, der ehemaligen Kapelle der Bruderschaft der weißen Büßer, die 1940 ihre Tätigkeit in Mazan einstellten. 300 Jahre lang widmeten sich die Brüder und Schwestern der Wohltätigkeit. Ihre Kapelle wurde Ende des 17. Jhd erbaut, 1975 restauriert und diente seitdem als Heimat Museum. Leider ist sie wieder baufällig und ist bis auf unbestimmte Zeit wegen Arbeit zur Sicherheit geschlossen. Schade.

Noch ein Blick auf ein Detail eines Gitters.

Perfekte Ornamentik. Verdeckt genietet. Gleichmäßig gearbeitet. Der Bund, der das Eisen zusammenhält, ohne Fuge. Es gab noch kein Schweißgerät. Alles mußte manuell gefügt werden.

Fahr mal hin…. Fortsetzung folgt. Die Kirche wollen wir noch einmal besuchen und mehr Bilder machen. Die Andacht einer Madame wollten wir nicht stören und wir haben erfahren, dass der Friedhof auch eine Besonderheit vorzuweisen hat.

2 Kommentare

  • Michael

    Der neue Aufbau eurer Webseite gefällt mir sehr gut!
    Die Bedienung ist sehr leicht und intuitiv.

    Ich schaue immer öfter auf einem 13″ iPad im Querformat.
    Auch da wird alles prima dargetellt.
    Und die eindrucksvollen Fotos kommen hier erst richtig zur Geltung!

    Also vielen Dank, dass ihr euch die Mühe mit dem Umbau gemacht habt.
    Ich wünsche euch noch schöne Tage in der Provence.

    • Jenny Hauswirth

      Hallo Michael, herzlichen Dank für den wertvollen Kommentar, wir sind froh von einem Fachmann so eine Rückmeldung zu bekommen. Und natürlich freut es uns sehr, dass dir unsere Bilder und Berichte gefallen.
      Viele Grüße Volker und Jenny

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